Ein letzter Gruß für unser Ehrenmitglied

Am Montag, 20. Januar, legte Ute Marzinkowski einen letzten Blumengruß unseres Vereins auf Dieter Hildebrandts Grab auf dem Neuen Südfriedhof am Perlacher Forst in München.

Am 20. November 2013 ist unser Ehrenmitglied, der große Dieter Hildebrandt, an den Folgen einer schweren Erkrankung im Alter von 86 Jahren gestorben.

 

 

Nachrufe und Berichterstattungen zum Tode von Dieter Hildebrandt

ZEIT ONLINE, 20.11.2013

Spiegel online, 20.11.2013

FAZ, 20.11.2013

Süddeutsche Zeitung, 20.11.2013

Die Welt, 20.11.2013

rp-online, 20.11.2013

Hamburger Abendblatt, 20.11.2013

 

 

Willy bekommt Besuch (Zeichnung: Dieter Hanitzsch)

Ehrenmitglied

Dieter Hildebrandt war erstes Ehrenmitglied des F3K

Vom 27. März 2004 bis zu seinem Tod am 20. November 2013 war Dieter Hildebrandt unser erstes und bisher einziges Ehrenmitglied. Der Verein würdigte damit die Leistung des namhaftesten Kabarettisten der Bundesrepublik, der ohne Rücksicht auf sein Alter weiter durch die Lande zog, immer topaktuell und ohne Starallüren und nie unter Niveau gegen die Mächtigen im Lande stichelte und seinen optimistischen Humor verbreitete. Auch deswegen war er immer ein großes Vorbild für den künstlerischen Nachwuchs. An den vielen Abenden, die das Kaarster Publikum ihn noch live erleben durfte, sprach Dieter Hildebrandt unverhüllt aus, was Politiker den Menschen nicht sagen, wenn sie reden. Er sei ein Worthülsen-Entferner und -Entkerner, bekannte er gerne, und diese sprachlich feinen Exkurse gefielen seinem Publikum ganz besonders. Seit ihrem Entstehen beobachtete er die Bundesrepublik mit wachem Blick, scharfem Verstand, spitzer Feder und etwas Wut, aber wie ein heimlicher Liebhaber und in dem Glauben, dass man etwas tun müsse und könne. Er war und blieb zeit seines Lebens der große Meister im politisch-satirischen Schnellfeuer, tagespolitisch immer am Ball.

Anfang der fünfziger Jahre begann seine Karriere. Als Platzanweiser und Programmheftverkäufer im Münchner Kabarett "Kleine Freiheit" "infizierte" er sich. Erste eigene Texte erprobte er in seinen Auftritten mit dem 1955 von ihm mitgegründeten Studentenkabarett der "Namenlosen" in Schwabing. Am 12. Dezember 1956 gründete er zusammen mit Sammy Drechsel die "Münchner Lach- und Schießgesellschaft". Zum ersten Ensemble gehörten Ursula Herking, Klaus Havenstein und Hans-Jürgen Dietrich, Regie führte Sammy Drechsel. Es folgten 25 erfolgreiche Programme. Mit der Münchner Lach- und Schießgesellschaft vollzog er auch als Schauspieler seinen Durchbruch zum professionellen Kabarettisten. 1972 kam es zur Auflösung der Gesellschaft und 1974 zur Gründung der neuen Münchner Lach- und Schießgesellschaft, für die Dieter Hildebrandt bis 1990 als Texter und Programmgestalter arbeitete. Eine große Zeit hatte er mit Werner Schneyder. In den sieben Jahren nach 1982 haben sie sechs große Programme geschaffen. Herausragend war ihr gemeinsamer Auftritt 1985 in Leipzig auf Einladung der „Leipziger Pfeffermühle". Richtig populär wurde Dieter Hildebrandt allerdings erst durch das Fernsehen, zunächst von 1972 bis 1979 mit der Sendung "Notizen aus der Provinz". Von 1980 bis zum furiosen Abschied am 2. Oktober 2003 sorgte er sich dann um einen guten Durchblick für mündige Bürger im "Scheibenwischer". Zahlreiche Kunst- und Medienpreise erhielt er für sein Schaffen. Er wirkte in mehreren Film- und Theaterproduktionen mit. Bücher runden sein verdienstvolles Werk ab.

Einige Vereinsmitglieder durften ihn aus nächster Nähe kennen lernen, denn nach seinen Vorstellungen war noch ein spätes Abendessen in einem Kaarster Lokal angesagt. Seine unterhaltsame, freundliche und zugängliche Art hat uns alle sehr begeistert.

Seine Ehrenmitgliedschaft war uns eine große Ehre, Verpflichtung und immer auch eine sehr große Freude.